Orthopädie · Fachbeitrag
Impingement-Operation nach Neer: Operation, Ablauf & Nachbehandlung
Neer Plastik bei Schulterimpingement: Wann ist die OP nötig? Verfahren, Ablauf & Reha erklärt. Termin im MainMed MVZ Frankfurt vereinbaren.
- Ärztlich geprüft
- Aktualisiert: 19. August 2026
- 11 Min Lesezeit
01 · Ueberblick
Das Wichtigste in Kürze
- Neer-Plastik bei Impingement: OP nötig, wenn konservative Therapie nach 3–6 Monaten versagt
- Häufigstes Verfahren: arthroskopische subakromiale Dekompression (Gelenkspiegelung mit Knochenglättung)
- Narkose: Vollnarkose oder Regionalanästhesie; Eingriffsdauer 30–60 Minuten
- Reha: Schulter nach 4–6 Wochen wieder belastbar, volle Sportfähigkeit nach 3–6 Monaten
- Termin im MainMed MVZ Frankfurt jetzt online vereinbaren
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Neer-Plastik bei Impingement: Was leistet dieser Eingriff?
Die Neer-Plastik – auch als subakromiale Dekompression (Erweiterung des Raums unterhalb des Schulterdachs) bezeichnet – ist der operative Goldstandard beim strukturellen Schulter-Impingement-Syndrom (ICD-10: M75.1). Ziel des Eingriffs ist es, jene anatomischen Strukturen zu entfernen oder zu glätten, die den Gleitraum zwischen Oberarmknochen und Schulterdach (Akromion) krankhaft verengen und dadurch Sehnen sowie Schleimbeutel reizen. Benannt ist das Verfahren nach dem amerikanischen Orthopäden Charles S. Neer, der die Zusammenhänge zwischen Schulterdachform und Sehnenreizung erstmals systematisch beschrieb.
Wann ist die Operation bei Schulterimpingement sinnvoll?
Eine operative Behandlung des Schulter-Impingements ist grundsätzlich erst dann angezeigt, wenn konservative Maßnahmen – Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente, Kortison-Injektionen in den subakromialen Raum – über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten keine ausreichende Schmerzlinderung oder Funktionsverbesserung erzielt haben. Entscheidend ist außerdem, ob ein strukturelles Impingement vorliegt, also eine nachweisbare anatomische Ursache für die Enge.
Folgende Befunde können eine operative Therapie begründen:
- Knochenvorsprünge oder eine ungünstige Hakenform des Schulterdachs (Akromion Typ II oder III nach Bigliani), die mechanisch auf die Sehnen drücken
- Chronisch entzündeter und verdickter Schleimbeutel unterhalb des Schulterdachs (Bursitis subacromialis, ICD-10: M75.5), der konservativ nicht ausheilt
- Sehnenverkalkungen (Tendinosis calcarea, ICD-10: M75.3) der Rotatorenmanschette (Gruppe von Muskeln und Sehnen, die den Oberarmknochen stabilisieren), die den Gleitraum zusätzlich einengen
- Arthrose (Gelenkverschleiß) des Schultereckgelenks (Akromioklavikulargelenk), die durch Knochenwucherungen das Schulterdach vergrößert
- Begleitende Verdickungen oder Teilrisse der Supraspinatussehne ohne vollständige Ruptur (Riss)
Beim funktionellen Impingement hingegen – wenn die Enge durch eine muskuläre Dysbalance oder Instabilität des Schultergelenks entsteht, ohne dass strukturelle Veränderungen vorliegen – steht die operative Therapie nicht im Vordergrund. Hier sind gezielte Physiotherapie und Kräftigung der schulterumgebenden Muskulatur die Methode der Wahl. Eine Operation ist in diesem Fall nur bei massiver, therapierefraktärer (auf Behandlung nicht ansprechender) Schleimbeutelentzündung oder ausgeprägter Sehnenverdickung durch chronische Entzündung gerechtfertigt.
Neer-Plastik: Die Operationsverfahren im Detail
Die Neer-Plastik bei Impingement umfasst je nach Ursache der Schulterenge verschiedene arthroskopische Teileingriffe, die häufig kombiniert werden. Alle Verfahren werden über winzige Hautschnitte (sogenannte Portale) von etwa einem Zentimeter Länge durchgeführt. Ein offener Eingriff ist heute die absolute Ausnahme und nur bei sehr seltenen Sondersituationen erforderlich.
Subakromiale Bursektomie (Schleimbeutelentfernung)
Der entzündete Schleimbeutel unterhalb des Schulterdachs – die Bursa subacromialis – ist bei nahezu allen Fällen eines strukturellen Impingements verdickt und gereizt. Im Rahmen der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) wird dieser Schleimbeutel zunächst vollständig oder teilweise entfernt (Bursektomie). Dieser Schritt schafft nicht nur unmittelbar mehr Platz, sondern verbessert auch die Sicht des Operateurs auf die darunter liegenden Strukturen. Die Bursektomie ist in der Regel der erste und grundlegende Schritt jeder Neer-Plastik.
Akromioplastik (Knochenformkorrektur am Schulterdach)
Liegt eine ungünstige Hakenform oder ein Knochenvorsprung am vorderen Schulterdach (Akromion) vor, wird mit einer motorgetriebenen Knochenfräse (Shaver) überschüssige Knochensubstanz abgetragen und die Unterseite des Akromions geglättet. Ziel ist eine plane, gleichmäßige Unterfläche, die die Sehnen der Rotatorenmanschette beim Heben des Arms nicht mehr einklemmt. Die Akromioplastik ist der namensgebende Kerneingriff der klassischen Neer-Plastik und beseitigt die mechanische Ursache des Engpasses dauerhaft.
Entfernung von Sehnenverkalkungen (Kalkdepot-Abtragung)
Bei einer Kalkschulter (Tendinosis calcarea, ICD-10: M75.3) haben sich Kalziumkristalle in den Sehnen der Rotatorenmanschette abgelagert und verengen den subakromialen Raum zusätzlich. Arthroskopisch wird das Kalkdepot aufgesucht, mit einer Nadel oder einem Shaver (motorisiertes Spülinstrument) eröffnet und das Kalkmaterial ausgespült. Dieser Schritt kann mit der Akromioplastik kombiniert werden, wenn gleichzeitig eine ungünstige Schulterdachform vorliegt.
Behandlung der Schultereckgelenk-Arthrose (ACG-Resektion)
Wenn eine Arthrose (Gelenkverschleiß) des Schultereckgelenks (Akromioklavikulargelenk, kurz ACG) durch Knochenwucherungen nach unten hin zur Verengung des subakromialen Raums beiträgt, wird das äußere Ende des Schlüsselbeins (Klavikula) arthroskopisch um einige Millimeter reseziert (abgetragen). Dieser Eingriff entlastet sowohl das verschlissene Gelenk als auch die darunterliegenden Sehnen und ist häufig Bestandteil einer erweiterten Neer-Plastik.
Denervierung (gezielte Nervenunterbrechung)
Bei ausgeprägten Knochenanbauten an Bandansätzen oder bei Knochenvorsprüngen, die nicht vollständig abgetragen werden können oder sollen, besteht die Möglichkeit der Denervierung: Dabei werden gezielt schmerzleitende Nervenfasern im betroffenen Bereich durchtrennt. Diese Methode wird ergänzend eingesetzt, wenn eine rein mechanische Abtragung nicht ausreicht oder nicht sinnvoll ist.
Begleitende Sehnenbehandlung
Werden im Rahmen der Arthroskopie zusätzliche Veränderungen an den Sehnen der Rotatorenmanschette festgestellt – etwa ein Teilriss der Supraspinatussehne oder eine Verdickung der langen Bizepssehne – können diese im selben Eingriff mitbehandelt werden: durch Sehnennaht (Refixation gerissener Sehnenstümpfe), Tenotomie (gezielte Durchtrennung einer dauerhaft gereizten Sehne) oder Tenodese (Neubefestigung der Sehne an anderer Stelle). Dies verlängert die OP-Zeit, vermeidet aber einen zweiten Eingriff.
So operieren wir im MainMed MVZ Frankfurt
In unserer Praxis legen wir bei der Behandlung des Schulter-Impingements großen Wert auf ein sorgfältiges, minimalinvasives Vorgehen nach aktuellem fachlichem Standard. Vor jedem Eingriff steht eine umfassende Diagnostik – einschließlich klinischer Untersuchung und bildgebender Verfahren (Röntgen, MRT) – um die genaue Ursache der Schulterenge zu identifizieren und das für Sie optimale Operationsverfahren auszuwählen. Unser Ziel ist es, strukturerhaltend und so schonend wie möglich vorzugehen und unnötige Eingriffe zu vermeiden.
Narkose, Dauer und Aufenthalt: Was erwartet Sie am OP-Tag?
Die arthroskopische Neer-Plastik bei Impingement wird in der Regel entweder in Vollnarkose oder unter einer Regionalanästhesie (Nervenblockade des Schulter- und Armbereichs, sogenannter Interskalenusblock) durchgeführt. Welche Narkoseform für Sie geeignet ist, besprechen Sie vorab mit dem Anästhesisten (Narkosearzt). Beide Verfahren sind gut verträglich und ermöglichen eine schmerzfreie Operation.
| Aspekt | Typische Angaben |
|---|---|
| Narkoseform | Vollnarkose oder Regionalanästhesie (Interskalenusblock) |
| OP-Dauer | 30–60 Minuten (bei Begleitpathologien ggf. länger) |
| Lagerung | Halbsitzende »Beachchair«-Position |
| Aufenthalt | Häufig ambulant möglich; bei Begleitheingriffen ggf. 1–2 Tage stationär |
| Hautschnitte | 2–3 Portale à ca. 1 cm |
Am Operationstag erscheinen Sie nüchtern in der Praxis bzw. Klinik. Nach dem Eingriff verbleiben Sie zunächst im Aufwachraum, bis die Narkose vollständig abgeklungen ist. Der Arm wird in einer Armschlinge (Gilchrist-Bandage) ruhiggestellt. Da Sie nach einer Narkose nicht selbst Auto fahren dürfen, planen Sie bitte eine Begleitperson für den Heimweg ein.
Nachbehandlung nach der Neer-Plastik: Schritt für Schritt zur vollen Schulterfunktion
Die Nachbehandlung nach einer arthroskopischen Neer-Plastik bei Impingement folgt einem strukturierten Stufenplan und ist entscheidend für das Behandlungsergebnis. Die Dauer der Ruhigstellung und des Belastungsaufbaus richtet sich nach dem durchgeführten Verfahren: Eine isolierte Bursektomie mit Akromioplastik erlaubt eine deutlich raschere Mobilisierung als ein gleichzeitig durchgeführter Sehnenriss-Verschluss.
Typischer Rehabilitationsverlauf nach unkomplizierter Neer-Plastik:
- Woche 1–6: Physiotherapeutisch geführte passive und aktiv-assistive Bewegungsübungen; Alltagsbewegungen unterhalb der Horizontalen sind erlaubt; Kühlung und Schmerzmedikation nach Bedarf
- Woche 6–12: Progressiver Kraftaufbau; leichte berufliche und alltägliche Belastungen sind in der Regel möglich; Bürotätigkeiten oft schon nach 2–4 Wochen wieder aufnehmbar
- Ab Monat 3–6: Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten; Überkopfsportarten (Tennis, Schwimmen, Klettern) erst nach ausdrücklicher ärztlicher Freigabe
Autofahren ist in der Regel frühestens nach Abschluss der Ruhigstellungsphase und bei vollständiger Reaktionsfähigkeit des operierten Arms möglich – typischerweise nach etwa vier bis sechs Wochen. Die genaue Freigabe erfolgt durch Ihren behandelnden Arzt.
Mögliche Risiken und Komplikationen der arthroskopischen Neer-Plastik sind selten, sollten aber bekannt sein: Dazu zählen Infektionen, Nachblutungen, Nervenirritation (vorübergehende Taubheitsgefühle), eine reaktive Schultersteife (Frozen Shoulder) sowie – in sehr seltenen Fällen – eine unvollständige Beschwerdelinderung bei rein funktionellem Impingement. Ihr Operateur klärt Sie im persönlichen Aufklärungsgespräch vollständig über alle individuellen Risiken auf.
Unsicher, ob eine Neer-Plastik für Sie die richtige Wahl ist?
Anhaltende Schulterschmerzen, die trotz konservativer Therapie nicht nachlassen, ein eingeschränkter Bewegungsumfang beim Heben des Arms oder ein bildgebend nachgewiesener Knochenvorsprung am Schulterdach sind Signale, die eine fachärztliche Beurteilung erfordern. Besonders wenn Ihre Beschwerden seit mehr als drei Monaten bestehen und Sie im Alltag oder beim Sport deutlich eingeschränkt sind, sollten Sie das Gespräch mit einem Schulterspezialisten suchen.
Nicht jedes Schulterimpingement muss operiert werden – und nicht jede Operation ist eine Neer-Plastik. Ob ein strukturelles Impingement vorliegt, welches Verfahren für Sie geeignet ist und ob konservative Alternativen noch nicht ausgeschöpft wurden, lässt sich nur durch eine gründliche klinische und bildgebende Untersuchung beurteilen. Zögern Sie nicht, eine Zweitmeinung einzuholen, bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden.
Zweite Meinung gefragt?
Vor einer Schulter-OP lohnt sich der zweite Blick.
Steht bei Ihnen eine Operation bei Schulterimpingement im Raum und suchen Sie eine fundierte Zweitmeinung in Frankfurt? Im MainMed MVZ beraten wir Sie ehrlich, ob und welcher Eingriff sinnvoll ist – mit dem Ziel, so gelenkerhaltend und minimalinvasiv wie möglich vorzugehen. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin.
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Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie · MainMed MVZ Frankfurt
Privat & KasseZusammenfassung
Zentrale Erkenntnisse
• Ziel: mehr Raum unter dem Schulterdach: Knochenanbauten, entzündete Schleimbeutel und Verkalkungen werden entfernt, um den subakromialen Raum zu erweitern.
• Kurze OP-Dauer: Der Eingriff dauert typischerweise 30 bis 60 Minuten; komplexere Begleitpathologien können die Dauer verlängern.
• Strukturell vs. funktionell: Nur das strukturelle Impingement mit nachweisbaren anatomischen Veränderungen profitiert zuverlässig von der Operation.
FAQ
Haeufig gestellte Fragen
Wann muss eine Neer-Plastik bei Impingement durchgeführt werden?
Eine Neer-Plastik ist indiziert, wenn ein strukturelles Schulterimpingement – also eine nachweisbare anatomische Engpassursache – nach mindestens drei bis sechs Monaten konservativer Behandlung (Physiotherapie, Injektionen, Medikamente) keine ausreichende Besserung gebracht hat. Bildgebende Befunde wie Knochenvorsprünge, Kalkdepots oder ein chronisch entzündeter Schleimbeutel unterstützen die Operationsentscheidung.
Wie lange dauert die arthroskopische Neer-Plastik?
Der Eingriff dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Werden gleichzeitig Begleitpathologien behandelt – etwa ein Teilriss der Rotatorenmanschette oder eine Schultereckgelenk-Arthrose – kann sich die Operationszeit entsprechend verlängern.
Wird die Neer-Plastik ambulant oder stationär durchgeführt?
In vielen Fällen ist die arthroskopische Neer-Plastik ambulant möglich, da es sich um einen minimalinvasiven Eingriff handelt. Bei gleichzeitig durchgeführten aufwendigeren Begleiteingriffen oder bei bestimmten Allgemeinerkrankungen kann ein kurzer stationärer Aufenthalt von ein bis zwei Tagen sinnvoll sein. Ob Ihr Eingriff bei uns ambulant oder stationär erfolgt, klärt Dr. Rüger im Aufklärungsgespräch.
Wie lange muss ich nach der Neer-Plastik eine Armschlinge tragen?
Nach einer unkomplizierten Neer-Plastik wird der Arm für etwa ein bis zwei Wochen in einer Gilchrist-Schlinge (Armschlinge) ruhiggestellt. Bei gleichzeitig durchgeführter Sehnennaht verlängert sich die Ruhigstellungsphase je nach Ausmaß des Risses auf vier bis sechs Wochen. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt je nach Beruf und Eingriff zwei bis acht Wochen.
Wann darf ich nach der Neer-Plastik wieder Auto fahren und Sport treiben?
Autofahren ist frühestens nach Abschluss der Ruhigstellungsphase und bei vollständiger Reaktionsfähigkeit möglich – in der Regel nach vier bis sechs Wochen. Leichte Sportarten (Spazierengehen, Radfahren) können nach etwa sechs bis acht Wochen wieder aufgenommen werden. Überkopfsportarten wie Tennis, Schwimmen oder Klettern sind erst nach drei bis sechs Monaten und nach ausdrücklicher ärztlicher Freigabe erlaubt.
Welche Risiken hat die arthroskopische Neer-Plastik?
Schwerwiegende Komplikationen sind selten. Mögliche Risiken umfassen: Wundinfektionen, Nachblutungen, vorübergehende Nervenirritation mit Taubheitsgefühl, reaktive Schultersteife (Frozen Shoulder) sowie in Einzelfällen eine unvollständige Schmerzlinderung. Ihr Operateur klärt Sie im persönlichen Gespräch über alle für Sie relevanten Risiken auf.
Wo wird die Neer-Plastik bei Impingement in Frankfurt durchgeführt?
Im MainMed MVZ Frankfurt berät Sie Dr. Rüger und sein Team umfassend, ob und welche operative Maßnahme bei Ihrem Schulterimpingement sinnvoll ist. Termine können bequem online vereinbart werden.
Medizinische Codierung (ICD-10): M75.1, M75.5, M75.8







