Orthopädie · Fachbeitrag
Arthrose im Knie:
Ursachen, Diagnose & Therapie
Kniearthrose (Gonarthrose): Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung verständlich erklärt. Jetzt Termin im MainMed MVZ Frankfurt vereinbaren.
- Ärztlich geprüft
- Aktualisiert: 18. August 2026
- 10 Min Lesezeit
01 · Ueberblick
Das Wichtigste in Kürze
- Arthrose im Knie (Gonarthrose) entsteht durch Knorpelverschleiß, Übergewicht, Fehlstellungen oder Verletzungen.
- Bei anhaltenden Knieschmerzen über mehr als 4 Wochen: zeitnah zum Facharzt.
- Physiotherapie, Schmerztherapie und Hyaluronsäure-Injektionen helfen konservativ.
- Mit gezielter Behandlung lässt sich der Verschleiß deutlich verlangsamen.
- Termin im MainMed MVZ Frankfurt bequem online vereinbaren.
Auf dieser Seite
Gonarthrose: Was steckt hinter dem Kniegelenkverschleiß?
Gonarthrose (ICD-10: M17.1 bei einseitiger, M17.0 bei beidseitiger primärer Kniearthrose) bezeichnet den fortschreitenden Abbau der schützenden Knorpelschicht im Kniegelenk. Drei Knochen bilden dieses hochkomplexe Gelenk: der Oberschenkelknochen (Femur), das Schienbein (Tibia) und die Kniescheibe (Patella). Alle drei Gelenkabschnitte können von Arthrose betroffen sein – entweder einzeln oder in Kombination. Gonarthrose ist die häufigste Form der Arthrose überhaupt: Etwa 5 % aller Erwachsenen in Deutschland leiden daran, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. In Deutschland werden jährlich mehr als 120.000 Kniegelenksendoprothesen (künstliche Kniegelenke) implantiert – ein Beleg für die enorme Krankheitslast dieser Erkrankung.
Wie entsteht Arthrose im Knie? Ursachen und Risikofaktoren
Gonarthrose ist keine reine Alterserscheinung, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus mechanischen, stoffwechselbedingten und genetischen Faktoren. Im Mittelpunkt steht stets ein Ungleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels. Wenn der Knorpel mehr beansprucht wird, als er regenerieren kann, setzt ein schleichender Abbauprozess ein, der sich über Jahre oder Jahrzehnte erstreckt.
| Häufige Ursachen | Seltene oder spezifische Ursachen |
|---|---|
| Übergewicht (Adipositas) und metabolisches Syndrom | Genetisch bedingte Knorpelschwäche (familiäre Disposition) |
| Beinachsenfehlstellungen (X-Bein, O-Bein) | Medikamentennebenwirkungen (z. B. Gyrasehemmer wie Ciprofloxacin) |
| Meniskusschäden und Meniskusverletzungen | Aseptische Knochennekrose (Morbus Ahlbäck) |
| Kreuzbandriss und Bandinstabilität | Osteochondrosis dissecans (lokale Durchblutungsstörung des Knochens) |
| Gelenkverletzungen (z. B. Tibiakopffraktur) | Rheumatoide Arthritis und andere Autoimmunerkrankungen |
| Körperlich schwere Berufsbelastung | Stoffwechselstörungen (Gicht, Hämochromatose) |
Ein besonders wichtiger, aber oft unterschätzter Faktor ist das Körpergewicht: Jedes zusätzliche Kilogramm erhöht die Druckbelastung auf das Kniegelenk um ein Vielfaches. Studien zeigen, dass normalgewichtige Personen im Durchschnitt etwa 13 Jahre später eine Knieprothese benötigen als übergewichtige Betroffene. Zusätzlich produziert Fettgewebe entzündungsfördernde Botenstoffe (sogenannte Adipokine), die den Knorpelabbau biochemisch beschleunigen – unabhängig von der rein mechanischen Mehrbelastung.
Auch frühere Sportverletzungen spielen eine zentrale Rolle: Ein unbehandelter Kreuzbandriss oder ein entfernter Meniskus erhöhen das Risiko, eine Gonarthrose zu entwickeln, erheblich. Die Menisken fungieren als Stoßdämpfer im Kniegelenk – fehlt ihre Pufferfunktion, steigt die Druckbelastung auf den Gelenkknorpel drastisch an.
Typische Beschwerden bei Gonarthrose erkennen
Die Symptome der Arthrose im Knie entwickeln sich schleichend und verändern sich je nach Schweregrad der Erkrankung. Charakteristisch ist der sogenannte Anlaufschmerz (Gonalgie, ICD-10: M25.56): Das Knie fühlt sich nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen steif und schmerzhaft an, »läuft sich« jedoch nach wenigen Schritten warm. Dieses Phänomen ist ein frühes Warnsignal und sollte ernst genommen werden.
- Anlaufschmerzen morgens oder nach Ruhepausen – das Knie ist wie »eingerostet«
- Belastungsschmerzen beim Treppensteigen, Bergabgehen oder in die Hocke gehen
- Hörbare und spürbare Gelenkgeräusche (Krepitationen – Knacken und Knirschen) bei Bewegung
- Sichtbare Schwellung und tastbare Überwärmung des Kniegelenks
- Zunehmende Einschränkung der maximalen Gehstrecke
- Gefühl der Instabilität und verminderter Trittsicherheit
- Verstärkung bestehender Beinfehlstellungen (X-Bein oder O-Bein)
Wie wir im MainMed MVZ die Gonarthrose abklären
In unserer Praxis beginnen wir die Diagnostik stets mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese), in dem wir Ihre Krankengeschichte, berufliche Belastungen, frühere Verletzungen und aktuelle Beschwerden sorgfältig erfassen. Anschließend führen wir eine gründliche körperliche Untersuchung durch: Wir beurteilen Ihre Beinachse im Stand und beim Gehen, prüfen die Stabilität der Kreuz- und Seitenbänder, tasten das Gelenk auf Ergüsse und Druckschmerz ab und testen den Bewegungsumfang beider Kniegelenke im Seitenvergleich.
Als bildgebendes Standardverfahren fertigen wir Röntgenaufnahmen beider Kniegelenke im Stehen unter Gewichtsbelastung an – nur so wird eine Verschmälerung des Gelenkspalts zuverlässig sichtbar. Typische Röntgenzeichen der Gonarthrose sind: verengter Gelenkspalt, Verdichtung (Sklerosierung) des Knochens unterhalb des Knorpels sowie Knochenanbauten (Osteophyten) an den Gelenkrändern. Ergänzend setzen wir Ultraschall (Sonografie) ein, um Gelenkergüsse und Entzündungen der Gelenkschleimhaut (Synovialitis) darzustellen. Bei Bedarf – etwa zur Beurteilung von Meniskus, Bändern oder Knorpeltiefe – veranlassen wir eine Magnetresonanztomografie (MRT). Wichtig ist auch der Ausschluss von Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen können: Hüftarthrose (Coxarthrose), Bandscheibenvorfall, rheumatoide Arthritis oder eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis).
Arthrose im Knie behandeln: Von konservativ bis operativ
Konservative Therapie
Das Fundament jeder Gonarthrose-Behandlung bilden nicht-operative Maßnahmen. Unser Behandlungsplan richtet sich nach dem Schweregrad Ihrer Erkrankung, Ihrem Allgemeinzustand und Ihren persönlichen Zielen. Folgende Bausteine kommen zum Einsatz:
- Physiotherapie: Gezieltes Kräftigungs- und Dehnungstraining der gelenkführenden Muskulatur stabilisiert das Knie, verbessert die Koordination und verlangsamt den Verschleiß.
- Gewichtsreduktion und Ernährungsanpassung: Entzündungshemmende Kost (reich an ungesättigten Fettsäuren, arm an Zucker und Arachidonsäure) sowie eine Normalisierung des Körpergewichts entlasten das Gelenk mechanisch und biochemisch.
- Schmerzmedikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) lindern Schmerzen und dämpfen Entzündungsreaktionen. Sie werden so niedrig dosiert und so kurz wie nötig eingesetzt.
- Injektionstherapie: Hyaluronsäure (Gelenkschmiere) verbessert die Gleitfähigkeit des Knorpels. Kortison-Injektionen helfen bei akut entzündlichen Schüben. Eigenbluttherapie mit plättchenreichem Plasma (A-PRP) kann die Knorpelregeneration unterstützen.
- Physikalische Therapie: Kälteanwendungen bei entzündlicher Aktivierung, Wärme bei Muskelverspannungen, TENS-Elektrotherapie zur Schmerzlinderung.
- Akupunktur: Die GERAC-Studie mit 70.000 Teilnehmern belegte die Wirksamkeit der Akupunktur bei Gonarthrose – sie wird von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
- Orthopädische Hilfsmittel: Schuheinlagen, Varus- oder Valgusorthesen können Fehlstellungen teilweise ausgleichen und die Druckverteilung im Gelenk verbessern.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Wenn konservative Maßnahmen die Beschwerden nicht ausreichend lindern, der Gelenkverschleiß trotz Therapie fortschreitet oder Beinfehlstellungen zunehmen, kommen operative Eingriffe in Betracht. Je nach Schweregrad stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung – von gelenkerhaltenden Eingriffen wie der Gelenkspiegelung (Arthroskopie), der Beinachsenkorrektur (Umstellungsosteotomie) oder der Knorpeltransplantation bis hin zur Teilprothese oder Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) bei fortgeschrittener Pangonarthrose.
Prognose bei Gonarthrose: Was Sie selbst beeinflussen können
Gonarthrose ist eine chronische Erkrankung, deren Verlauf jedoch maßgeblich von Ihrem eigenen Verhalten abhängt. Erwachsener Gelenkknorpel regeneriert sich kaum – dennoch lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung durch konsequente Maßnahmen deutlich verlangsamen. Patienten, die ihr Körpergewicht normalisieren, regelmäßig gelenkschonenden Sport treiben (Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking) und eine entzündungshemmende Ernährung einhalten, berichten häufig von einer spürbaren Verbesserung ihrer Lebensqualität. Sportarten mit hoher Stoßbelastung und abrupten Richtungswechseln (Fußball, Tennis, alpines Skifahren) sollten hingegen gemieden werden. Frühzeitig erkannt und behandelt, kann Gonarthrose über viele Jahre stabil gehalten werden – eine Knieprothese ist keineswegs zwangsläufig.
Wann sollten Sie wegen Knieschmerzen zum Arzt?
SOFORT (dringliche Abklärung): Bei plötzlicher, starker Schwellung des Kniegelenks kombiniert mit Fieber und Überwärmung – dies kann auf eine bakterielle Gelenkinfektion (septische Arthritis) hindeuten, die umgehend behandelt werden muss. Ebenso bei einem akuten Trauma mit Verdacht auf Knochenbruch oder Bandruptur.
DIESE WOCHE: Wenn Knieschmerzen seit mehr als 4 Wochen anhalten, sich trotz Schonung nicht bessern oder erstmals Ruheschmerzen und nächtliche Schmerzen auftreten. Auch eine neu aufgetretene Schwellung ohne Verletzung sollte zeitnah abgeklärt werden.
BEIM NÄCHSTEN TERMIN: Bei wiederkehrenden Anlaufschmerzen, hörbaren Krepitationen (Knacken/Knirschen) im Knie, zunehmender Bewegungseinschränkung oder wenn Sie bemerken, dass Ihre Gehstrecke kürzer wird. Nutzen Sie diesen Termin auch zur Vorsorge, wenn Risikofaktoren wie Übergewicht, frühere Knieverletzungen oder Beinfehlstellungen bei Ihnen vorliegen.
Zweite Meinung gefragt?
Vor einer Knie-OP lohnt sich der zweite Blick.
Leiden Sie unter Knieschmerzen und möchten wissen, ob eine Gonarthrose dahintersteckt? Im MainMed MVZ Frankfurt steht Ihnen unser orthopädisches Team mit moderner Diagnostik und individueller Behandlungsplanung zur Seite. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin – persönlich, kompetent und auf dem neuesten medizinischen Stand.
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Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie · MainMed MVZ Frankfurt
Privat & KasseZusammenfassung
Zentrale Erkenntnisse
• Stufenweiser Verlauf: Die Erkrankung wird in vier Schweregrade eingeteilt – von oberflächlicher Knorpelaufrauhung bis zum vollständigen Knochenkontakt (Knochenglatze).
• Konservative Therapie zuerst: Physiotherapie, Gewichtsreduktion, Schmerzmedikamente und Injektionen bilden die Grundlage jeder Behandlung.
• Operation als letztes Mittel: Erst wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommen gelenkerhaltende Eingriffe oder Prothesenversorgung in Betracht.
Fazit
FAQ
Haeufig gestellte Fragen
Was sind die häufigsten Ursachen der Gonarthrose?
Die häufigsten Ursachen sind Übergewicht, Beinachsenfehlstellungen (X-Bein, O-Bein), frühere Kniegelenksverletzungen (Kreuzbandriss, Meniskusschaden) sowie altersbedingte Knorpeldegeneration. Auch genetische Veranlagung, Stoffwechselerkrankungen wie Gicht und körperlich schwere Berufe erhöhen das Risiko erheblich.
Wann sollte ich wegen Knieschmerzen zum Arzt?
Spätestens wenn Knieschmerzen länger als 4 Wochen anhalten, sich in Ruhe oder nachts bemerkbar machen oder mit Schwellung und Überwärmung verbunden sind, sollten Sie einen Orthopäden aufsuchen. Bei Fieber und akuter Gelenkschwellung ist sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.
Wie wird Gonarthrose diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchung, Beurteilung der Beinachse und Röntgenaufnahmen im Stehen unter Belastung. Ergänzend kommen Ultraschall und bei Bedarf eine MRT zum Einsatz. Bluttests dienen dem Ausschluss anderer Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht.
Wie lange dauert die Behandlung der Kniearthrose?
Gonarthrose ist eine chronische Erkrankung, die dauerhafter Begleitung bedarf. Konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und Gewichtsreduktion zeigen erste Wirkung nach 6–12 Wochen. Der Behandlungszeitraum insgesamt ist individuell und richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Kann man Gonarthrose vorbeugen?
Ja: Normalgewicht halten, gelenkschonende Sportarten bevorzugen (Schwimmen, Radfahren), Verletzungen konsequent behandeln lassen und eine entzündungshemmende Ernährung einhalten. Bei Beinfehlstellungen frühzeitig orthopädische Beratung suchen.
Wo behandle ich Kniearthrose in Frankfurt?
Im MainMed MVZ Frankfurt sind Sie beim orthopädischen Team in erfahrenen Händen. Wir bieten moderne Diagnostik und eine individuelle, leitliniengerechte Behandlungsplanung – von konservativen Maßnahmen bis zur operativen Versorgung. Termine sind bequem online buchbar.
Medizinische Codierung (ICD-10): M17.0, M17.1, M17.9, M25.56








