Orthopädie · Fachbeitrag
Ruptur der Supraspinatussehne: Ursachen, Diagnose & Behandlung
Was steckt hinter der Ruptur der Supraspinatussehne? Ursachen, Symptome & Therapie verständlich erklärt. Jetzt Termin im MainMed MVZ Frankfurt vereinbaren.
- Ärztlich geprüft
- Aktualisiert: 18. August 2026
- 11 Min Lesezeit
01 · Ueberblick
Das Wichtigste in Kürze
- Ruptur der Supraspinatussehne entsteht meist durch jahrelangen Verschleiß unter dem Schulterdach.
- Bei anhaltenden Schulterschmerzen oder plötzlichem Kraftverlust innerhalb dieser Woche zum Arzt.
- Kleine Risse: Physiotherapie und Schmerztherapie; größere Risse oft operativ versorgbar.
- Frühzeitig behandelt sind die Heilungsaussichten gut – unbehandelt droht Schulterarthrose.
- Termin im MainMed MVZ Frankfurt jetzt online vereinbaren.
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Was ist die Ruptur der Supraspinatussehne – und wie häufig tritt sie auf?
Die Supraspinatussehne (Sehne des Obergrätenmuskels) ist der funktionell bedeutsamste Teil der Rotatorenmanschette – jener Sehnenkappe aus vier Muskeln, die den Oberarmkopf in der Schultergelenkspfanne zentriert und stabilisiert. Die Sehne verläuft zwischen dem knöchernen Schulterdach (Akromion) und dem Oberarmkopf und ist damit chronisch mechanischem Druck ausgesetzt. Reißt sie teilweise oder vollständig, spricht die Medizin von einer Supraspinatussehnenruptur (ICD-10: M75.1).
Die Erkrankung zählt zu den häufigsten orthopädischen Diagnosen überhaupt: Laut der AWMF-Leitlinie zur Rotatorenmanschette liegt die Prävalenz (Häufigkeit in der Bevölkerung) des Supraspinatussehnenrisses zwischen 13 und 37 Prozent aller Rotatorenmanschettenrupturen. Epidemiologische Studien zeigen, dass etwa 25 Prozent der 50-Jährigen und bis zu 50 Prozent der über 70-Jährigen bereits Sehnenveränderungen oder Teilrisse aufweisen – oft ohne es zu wissen, da kleine Risse lange schmerzfrei verlaufen können. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, und der Riss tritt bevorzugt an der dominanten Arbeitshand auf.
Wie entsteht ein Riss der Supraspinatussehne?
In der großen Mehrheit der Fälle liegt einem Supraspinatussehnenriss kein dramatisches Unfallereignis zugrunde, sondern ein jahrelanger schleichender Verschleißprozess. Erst wenn die Sehne durch wiederholte Reibung und Mikroverletzungen deutlich geschwächt ist, genügt oft ein alltägliches Ereignis – ein abruptes Abstützen, das Heben einer schweren Tasche – um sie zum Reißen zu bringen.
Verschleißbedingte Ursachen
Der häufigste Auslöser ist das Schulterengpass-Syndrom (Impingement-Syndrom): Beim Heben des Arms stößt der Oberarmkopf wiederholt gegen das Schulterdach und reibt dabei an der darunter verlaufenden Sehne. Über Jahre entstehen Mikrorisse in den Sehnenfasern, das Gewebe degeneriert (verschleißt), verkalkt und verliert seine Zugfestigkeit. Ab einem bestimmten Punkt genügt dann eine minimale Belastung für den vollständigen Durchriss.
Unfallbedingte Ursachen
Eine gesunde, nicht vorgeschädigte Supraspinatussehne reißt nur unter extremen mechanischen Einwirkungen – etwa bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm, bei Motorrad- oder Skiunfällen oder bei einer Schulterausrenkung (Luxation). Unfallbedingte Risse erfordern in der Regel eine rasche operative Versorgung.
| Häufige Risikofaktoren | Seltene Risikofaktoren |
|---|---|
| Höheres Lebensalter (über 50 Jahre) | Akutes Hochrasanztrauma (Sturz, Unfall) |
| Überkopfarbeit und Überkopfsport | Schulterausrenkung (Luxation) |
| Rauchen (vermindert Sehnendurchblutung) | Rheumatische Erkrankungen |
| Diabetes mellitus (Verdickung der Sehne) | Angeborene Hakenform des Schulterdachs |
| Verdicktes oder hakenförmiges Akromion | Kortison-Langzeittherapie |
Ruptur der Supraspinatussehne: Beschwerden richtig einordnen
Die Symptome hängen maßgeblich davon ab, ob sich der Riss schleichend über Monate entwickelt hat oder ob ein plötzliches Ereignis vorliegt. Bei verschleißbedingten Rissen beginnen die Beschwerden oft unscheinbar und steigern sich über Jahre hinweg.
Typische Beschwerden im Überblick:
- Dumpfer bis stechender Schmerz an der Schulteraußenseite, der beim seitlichen Armheben (zwischen 60° und 120°) besonders stark ist
- Ausstrahlung der Schmerzen in den Oberarm, seltener in Nacken oder Unterarm
- Zunehmende Ruheschmerzen und nächtliche Schmerzen, die das Schlafen auf der betroffenen Seite unmöglich machen
- Spürbarer Kraftverlust beim Heben, Tragen oder Drehen des Arms
- Knack- oder Reibegeräusche bei bestimmten Schulterbewegungen
Bei einem akuten, unfallbedingten Riss treten die Beschwerden plötzlich auf: starker Sofortschmerz, manchmal ein hörbares Reißgeräusch und sofortiger Kraftverlust – der Arm lässt sich kaum noch heben.
So klären wir die Diagnose im MainMed MVZ Frankfurt
In unserer Praxis beginnt die Untersuchung mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden, Ihren Beruf, sportliche Aktivitäten und den genauen Hergang möglicher Verletzungen. Anschließend untersuchen wir Ihre Schulter klinisch mit standardisierten Funktionstests, die gezielt die Supraspinatussehne belasten – etwa der Jobe-Test (seitliches Armheben gegen Widerstand) oder der »Painful Arc« (schmerzhafter Bogen beim Armheben).
Zur bildgebenden Sicherung setzen wir folgende Verfahren ein:
- Ultraschall (Sonografie): Schnelle, strahlungsfreie Erstbeurteilung der Sehnenstruktur; Risse und Flüssigkeitsansammlungen sind gut darstellbar. Besonders wertvoll: Die Untersuchung kann unter Bewegung erfolgen, sodass dynamische Einengungen sichtbar werden.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Goldstandard für die genaue Beurteilung von Ausmaß, Lokalisation und Alter des Risses sowie des Zustands des Supraspinatusmuskels (fettige Degeneration erkennbar). Das MRT ist entscheidend für die Therapieplanung.
- Röntgen: Ergänzend zum Ausschluss knöcherner Ursachen und zur Beurteilung des Schultergelenkabstands bei fortgeschrittenen Schäden.
Auf Basis dieser Befunde erstellen wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan – abgestimmt auf Ihren Rissgrad, Ihr Alter, Ihre körperlichen Anforderungen und Ihre persönlichen Ziele.
Ruptur der Supraspinatussehne gezielt behandeln
Konservative Therapie
Kleine und mittlere Teilrisse (Partialrupturen) sowie Risse bei älteren, wenig aktiven Patienten können häufig konservativ – also ohne Operation – behandelt werden. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und die verbleibende Schultermuskulatur so zu kräftigen, dass sie die Funktion der beschädigten Sehne teilweise übernimmt.
Die konservative Behandlung gliedert sich in drei Phasen:
- Schmerzlinderung und Entzündungshemmung: Schonung, Kühlung, entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, nicht-steroidale Antirheumatika) und bei Bedarf eine gezielte Kortisoninjektion in den Schleimbeutelraum.
- Gezielte Physiotherapie: Pendel- und Mobilisationsübungen verbessern die Beweglichkeit, gezielte Kräftigungsübungen für die benachbarten Rotatorenmanschettenmuskeln (insbesondere Musculus infraspinatus und Musculus teres minor) sollen die zentrierende Funktion der Supraspinatussehne kompensieren.
- Schrittweise Belastungssteigerung: Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport unter physiotherapeutischer Begleitung.
Zeigt die konservative Therapie nach drei bis sechs Monaten keine ausreichende Verbesserung, oder liegt von Beginn an ein vollständiger Durchriss vor, wird eine operative Behandlung in Betracht gezogen.
Wann ist eine Operation notwendig?
Bei vollständigen Rissen (transmuralen Rupturen), bei jüngeren und körperlich aktiven Patienten sowie bei fehlendem Ansprechen auf die konservative Therapie ist eine operative Sehnennaht häufig die sinnvollere Wahl. Grundsätzlich kommen arthroskopische Verfahren (Gelenkspiegelung mit Schlüssellochtechnik), offene Nahttechniken sowie – bei irreparablen Schäden – Sehnentransfers oder eine inverse Schulterprothese infrage. Je früher ein vollständiger Riss operativ versorgt wird, desto besser lässt sich die Sehne rekonstruieren.
Heilungsaussichten und Vorbeugung
Die Prognose der Ruptur der Supraspinatussehne hängt entscheidend vom Zeitpunkt der Diagnose und der Wahl der richtigen Therapie ab. Kleine Teilrisse, die konsequent physiotherapeutisch behandelt werden, zeigen in vielen Fällen eine gute funktionelle Erholung – auch wenn die ursprüngliche Sehnenstruktur nicht vollständig wiederhergestellt wird. Nach einer operativen Sehnennaht ist mit einer Rehabilitationszeit von drei bis sechs Monaten zu rechnen, bevor die Schulter wieder voll belastbar ist.
Unbehandelt hingegen schreitet der Riss fort, der Muskel degeneriert durch Verfettung und die Schulter entwickelt eine schmerzhafte Defektarthropathie (Schultergelenkverschleiß durch Zerstörung der Rotatorenmanschette) – ein Zustand, der häufig nur noch durch eine inverse Schulterprothese beherrschbar ist.
Vorbeugung: Regelmäßige Kräftigungsübungen für die Schultermuskulatur, Vermeidung dauerhafter Überkopfbelastungen, Rauchverzicht und eine gute Einstellung eines bestehenden Diabetes mellitus senken das Risiko für einen Sehnenriss nachweislich.
Wann sollten Sie wegen Ihrer Schulterbeschwerden zum Arzt?
SOFORT (Notfall): Wenn Sie nach einem Unfall, Sturz oder einer ruckartigen Schulterbewegung plötzlich starke Schmerzen und einen deutlichen Kraftverlust im Arm bemerken – der Arm lässt sich kaum noch heben –, suchen Sie noch am selben Tag eine orthopädische Notaufnahme oder Notfallpraxis auf. Bei einem vollständigen Riss zählt jede Woche: Je früher die operative Versorgung erfolgt, desto besser die Heilungschancen.
DIESE WOCHE: Wenn Sie seit mehreren Wochen unter Schulterschmerzen leiden, die beim Armheben oder nachts auftreten, und wenn Sie einen spürbaren Kraftverlust bemerken, vereinbaren Sie innerhalb der nächsten sieben Tage einen Termin beim Orthopäden. Auch wenn Schmerzen trotz Schonung und frei verkäuflichen Schmerzmitteln nicht besser werden, ist eine fachärztliche Abklärung dringend empfohlen.
BEIM NÄCHSTEN TERMIN: Gelegentliche, belastungsabhängige Schulterschmerzen ohne Kraftverlust, die sich nach kurzer Schonung bessern, können beim nächsten regulären Arzttermin besprochen werden. Erwähnen Sie dabei auch frühere Schulterprobleme und körperliche Belastungen in Beruf oder Sport.
Zweite Meinung gefragt?
Vor einer Schulter-OP lohnt sich der zweite Blick.
Leiden Sie unter Schulterschmerzen oder besteht der Verdacht auf eine Ruptur der Supraspinatussehne? Im MainMed MVZ Frankfurt steht Ihnen unser orthopädisches Team mit moderner Diagnostik – von der Ultraschalluntersuchung bis zur MRT-Befundung – und individueller Behandlungsplanung zur Seite. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin: persönlich, kompetent und auf dem neuesten medizinischen Stand.
Ihre Zweitmeinung erhalten Sie bei
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie · MainMed MVZ Frankfurt
Privat & KasseZusammenfassung
Zentrale Erkenntnisse
• Drei Schweregrade: Mediziner unterscheiden partielle Ruptur (Teilriss), subtotale Ruptur (fast vollständig) und transmurale Ruptur (kompletter Durchriss) – der Schweregrad bestimmt die Therapie.
• Zeitkritische Diagnose: Je länger ein vollständiger Riss unbehandelt bleibt, desto stärker zieht sich die Sehne zurück und der Muskel baut Fettgewebe auf – eine spätere Naht wird dann unmöglich.
• Folgeerkrankung vermeiden: Unbehandelte Rupturen führen häufig zu einer Defektarthropathie (Schultergelenkverschleiß durch fehlende Sehnenführung), die nur noch mit einer Schulterprothese behandelbar ist.
Fazit
FAQ
Haeufig gestellte Fragen
Was sind die häufigsten Ursachen der Ruptur der Supraspinatussehne?
In den meisten Fällen entsteht der Riss durch jahrelangen Verschleiß: Das Schulterdach reibt beim Armheben wiederholt an der Sehne (Impingement-Syndrom), bis das Gewebe so geschwächt ist, dass es reißt. Seltener sind akute Unfälle wie Stürze auf den ausgestreckten Arm die Ursache. Risikofaktoren sind höheres Alter, Rauchen, Diabetes mellitus und häufige Überkopftätigkeiten.
Wann sollte ich wegen Schulterschmerzen zum Arzt?
Bei plötzlichem Kraftverlust nach einem Unfall noch am selben Tag. Bei anhaltenden Schulterschmerzen, Nachtschmerzen oder zunehmendem Kraftverlust innerhalb der nächsten sieben Tage. Gelegentliche, belastungsabhängige Beschwerden ohne Kraftverlust können beim nächsten regulären Termin besprochen werden.
Wie wird die Ruptur der Supraspinatussehne diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch eine klinische Untersuchung mit spezifischen Funktionstests (z.B. Jobe-Test), ergänzt durch Ultraschall und – als Goldstandard – eine Magnetresonanztomografie (MRT). Das MRT zeigt Ausmaß, Lage und Alter des Risses sowie den Zustand des Muskels und ist entscheidend für die Therapieplanung.
Wie lange dauert die Behandlung und Genesung?
Bei konservativer Therapie ist mit drei bis sechs Monaten Rehabilitationszeit zu rechnen. Nach einer operativen Sehnennaht wird die Schulter zunächst vier bis sechs Wochen ruhiggestellt; die volle Belastbarkeit ist meist erst nach sechs Monaten erreicht. Die genaue Dauer hängt von Rissausmaß und individueller Heilung ab.
Kann man der Ruptur der Supraspinatussehne vorbeugen?
Ja: Regelmäßige Kräftigungsübungen für die Schultermuskulatur, ergonomische Arbeitshaltungen bei Überkopftätigkeiten, Rauchverzicht und eine gute Einstellung eines Diabetes mellitus reduzieren das Risiko nachweislich. Bei ersten Schulterschmerzen frühzeitig ärztliche Hilfe suchen, um einen kleinen Riss nicht zu einem großen werden zu lassen.
Wo behandle ich eine Ruptur der Supraspinatussehne in Frankfurt?
Im MainMed MVZ Frankfurt sind Sie beim orthopädischen Fachteam in erfahrenen Händen. Wir bieten moderne Diagnostik (Ultraschall, MRT-Befundung) und individuelle Behandlungsplanung – von der gezielten Physiotherapie bis zur operativen Beratung. Termine sind bequem online buchbar.
Medizinische Codierung (ICD-10): M75.1, M75.8, S46.01








