Orthopädie · Fachbeitrag
Plantarfasziitis | Fersensporn Ursachen, Diagnose & Behandlung
Fersensporn & Plantarfasziitis: Ursachen, Symptome und Therapie verständlich erklärt. Jetzt im MainMed MVZ Frankfurt untersuchen lassen.
- Ärztlich geprüft
- Aktualisiert: 18. August 2026
- 10 Min Lesezeit
01 · Ueberblick
Das Wichtigste in Kürze
- Fersensporn Plantarfasziitis entsteht meist durch chronische Überlastung der Fußsohlensehne.
- Beim nächsten Termin: anhaltende Fersenschmerzen über 2 Wochen ärztlich abklären lassen.
- Typische Behandlung: Schuheinlagen, Dehnübungen und Stoßwellentherapie.
- In über 90 % der Fälle heilt die Erkrankung mit konservativer Therapie vollständig aus.
- Termin im MainMed MVZ Frankfurt bequem online vereinbaren.
Auf dieser Seite
Fersensporn und Plantarfasziitis: Was steckt dahinter?
Die Plantarfasziitis (Fasciitis plantaris, ICD-10: M72.2) ist eine Entzündung der Plantarfaszie – jener straffen Sehnenplatte, die sich von der Fußsohle über das gesamte Fußlängsgewölbe bis zu den Zehengrundgelenken erstreckt. Der untere Fersensporn (ICD-10: M77.30) ist ein dornförmiger Knochenauswuchs am Fersenbein (Calcaneus), der als sichtbares Röntgenzeichen einer chronischen Entzündung am Sehnenansatz entsteht. Wichtig zu verstehen: Nicht der Knochensporn verursacht die Schmerzen, sondern die zugrundeliegende Entzündung des Sehnenansatzes (Enthesiopathie) führt zur Einlagerung von Kalk in die Sehne und damit den Fersensporn. Viele Menschen tragen einen Fersensporn im Röntgenbild, ohne jemals Beschwerden zu entwickeln – umgekehrt können typische Fersenschmerzen auch ohne nachweisbaren Kalksporn auftreten.
Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen bei Erwachsenen. Betroffen sind besonders Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, Laufsportler, Personen mit Übergewicht sowie Berufsgruppen, die lange stehen oder gehen müssen.
Wie entsteht ein Fersensporn? Ursachen und Risikofaktoren
Die Plantarfasziitis entwickelt sich durch wiederholte Mikrotraumen (kleinste Verletzungen) am Ansatz der Plantarfaszie am Fersenbein. Dieser Sehnenansatz (Enthese) ist besonders belastet, weil er bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht abfedert. Bleibt eine Überlastung dauerhaft bestehen, kann sich eine chronische Entzündungsreaktion mit anschließender Kalkeinlagerung entwickeln – der Fersensporn entsteht.
| Häufige Ursachen und Risikofaktoren | Seltene oder besondere Auslöser |
|---|---|
| Übergewicht und erhöhter Körper-BMI | Rheumatische Grunderkrankungen (z. B. Morbus Bechterew) |
| Langes Stehen oder Gehen im Berufsalltag | Gicht (Harnsäureablagerungen im Gewebe) |
| Laufsport mit plötzlicher Trainingssteigerung | Nervenkompression an der Wirbelsäule (ausstrahlende Schmerzen) |
| Ungeeignetes Schuhwerk mit dünner, harter Sohle | Rückbildung des Fersenfettpolsters (z. B. nach Kortisontherapie) |
| Fußfehlstellungen: Knick-Senkfuß oder Hohlfuß | Baxter-Neuropathie (Nerveneinklemmung an der Ferse) |
| Verkürzte Achillessehne und Wadenmuskulatur | Eingeschränkte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks |
Eine verkürzte Achillessehne spielt eine besonders wichtige Rolle: Ist die Sehne zu wenig dehnbar, verlagert sich beim Abrollen ein größerer Teil der Zugkraft auf die Plantarfaszie. Fußfehlstellungen wie der Knick-Senkfuß verändern die Druckverteilung im Fuß grundlegend und belasten den Sehnenansatz dauerhaft einseitig.
Typische Beschwerden bei Fersensporn und Plantarfasziitis
Das charakteristischste Merkmal der Plantarfasziitis ist der sogenannte Anlaufschmerz: ein stechender, oft als messerstichartig beschriebener Schmerz unter der Ferse, der unmittelbar nach dem Aufstehen aus dem Bett oder nach längerem Sitzen auftritt. Nach einigen Schritten lässt dieser Schmerz häufig nach – um bei langer Belastung wieder zuzunehmen. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, auf einen spitzen Stein oder einen Nagel zu treten.
- Anlaufschmerz nach dem Aufstehen oder nach Ruhepausen als Leitsymptom
- Druckschmerz an der Unterseite des Fersenbeins, der bei Berührung empfindlich reagiert
- Schmerzzunahme bei längerem Stehen, Gehen oder sportlicher Belastung
- Schmerzerleichterung durch Entlastung, Hochlagern und Kühlen
- Ausweichgangbild: Betroffene rollen über den Fußaußenrand ab oder gehen auf den Zehenspitzen
So klären wir Fersensporn und Plantarfasziitis im MainMed MVZ ab
In unserer Praxis beginnt die Untersuchung mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese), in dem wir Ihre Schmerzsituation, Ihre Berufsbelastung, Ihr Schuhwerk und Ihre sportlichen Aktivitäten genau erfragen. Typische Hinweise wie der morgendliche Anlaufschmerz oder der Druckschmerz an der Fußsohle geben uns bereits wichtige diagnostische Hinweise.
Anschließend untersuchen wir Sie klinisch: Wir tasten den Sehnenansatz ab, prüfen die Beweglichkeit des Sprunggelenks und testen, ob das Anziehen der Zehen (Dorsalextension) den typischen Fersenschmerz auslöst – ein zuverlässiges Zeichen für eine gereizte Plantarfaszie. Zur bildgebenden Diagnostik setzen wir wenn nötig folgende Verfahren ein:
- Röntgenaufnahme im Stehen: Darstellung des Fersenbeins, Nachweis eines Kalksporns sowie Beurteilung von Fußfehlstellungen
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Messung der Plantarfaszienstärke – bei Entzündung ist die Sehne charakteristisch verdickt; gleichzeitig Kontrolle des Therapieverlaufs
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bei unklaren Befunden oder therapieresistenten Beschwerden zur genauen Darstellung des Entzündungsstadiums und zum Ausschluss von Differentialdiagnosen wie Stressfrakturen oder Nervenengpässen
Wir führen außerdem eine differentialdiagnostische Abgrenzung durch, um andere Ursachen für Fersenschmerzen wie das Tarsaltunnelsyndrom (Nervenengpass am Sprunggelenk), eine Schleimbeutelentzündung oder eine Arthrose des unteren Sprunggelenks sicher auszuschließen.
Fersensporn und Plantarfasziitis richtig behandeln
Konservative Therapie
Die überwältigende Mehrheit der Betroffenen spricht gut auf nicht-operative Maßnahmen an. Die Behandlung beginnt stets konservativ und wird individuell auf Ihre Situation abgestimmt:
- Orthopädische Schuheinlagen: Maßgefertigte oder konfektionierte Einlagen mit Fersenpolsterung und Aussparung im Druckbereich entlasten den entzündeten Sehnenansatz gezielt. Sie bilden die Basis jeder Behandlung.
- Physiotherapeutische Dehnübungen: Regelmäßiges Dehnen der Plantarfaszie, der Achillessehne und der Wadenmuskulatur (Musculus gastrocnemius und Musculus soleus) ist nachweislich wirksam und sollte täglich durchgeführt werden.
- Stoßwellentherapie (ESWT): Energiereiche Schallwellen fördern die Geweberegeneration, lösen Kalkablagerungen und hemmen chronische Entzündungsprozesse. Die Stoßwellentherapie eignet sich besonders bei therapieresistenten Verläufen.
- Physikalische Therapie: Kälteanwendungen hemmen akute Entzündungen; Phonophorese (Wirkstoffaufnahme über Schallwellen) und Iontophorese (über schwache elektrische Ströme) verbessern die lokale Durchblutung und den Abtransport von Entzündungsstoffen.
- Lokale Injektionen: Bei starken Schmerzen kann eine gezielte Infiltration mit einem Lokalanästhetikum erwogen werden. Kortison-Injektionen wirken schnell, bergen jedoch das Risiko einer Gewebeschädigung und werden daher nur mit großer Zurückhaltung eingesetzt. Modern und sehr wirkungsvoll sind die Injektionen von PRP (platelet rich Plasma) auch Eigenblut genannt.
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAR): Ibuprofen oder Diclofenac können kurzfristig Schmerzen lindern, beseitigen aber nicht die Ursache. Bitte nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
Wann ist eine Operation nötig?
Ein operativer Eingriff wird erst dann in Betracht gezogen, wenn Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über mindestens 6 Monate bestehen bleiben. Infrage kommen dann die endoskopische (schlüssellochförmige) Teilablösung der Plantarfaszie vom Fersenbein oder die minimalinvasive Abtragung des Kalksporns. Welche operative Option für Sie geeignet ist, besprechen wir in einem persönlichen Gespräch.
Heilungschancen und Vorbeugung
Die Prognose der Plantarfasziitis ist bei konsequenter Behandlung ausgesprochen gut: Die große Mehrheit der Betroffenen erreicht mit konservativen Maßnahmen innerhalb von 6 bis 12 Monaten Beschwerdefreiheit. Entscheidend für den Heilungserfolg ist die Kombination aus gezielter Entlastung, regelmäßigen Dehnübungen und – falls nötig – physikalischen Therapieverfahren.
Zur Vorbeugung eines Rückfalls oder eines erstmaligen Auftretens empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Regelmäßiges Dehnen von Wadenmuskulatur, Achillessehne und Plantarfaszie – besonders vor sportlicher Belastung
- Schuhwerk mit ausreichender Dämpfung und Fersenpolsterung wählen
- Trainingsbelastung schrittweise steigern, abrupte Intensitätssteigerungen vermeiden
- Normalgewicht anstreben und halten
- Fußfehlstellungen (Knick-Senkfuß, Hohlfuß) frühzeitig orthopädisch versorgen lassen
Wann sollten Sie wegen Fersenschmerzen zum Arzt?
SOFORT (dringend): Bei plötzlich einschießenden, sehr starken Fersenschmerzen nach einem Unfall oder Sturz, die mit Schwellung und Bluterguss einhergehen, sollten Sie umgehend eine orthopädische Notaufnahme aufsuchen – es könnte ein Fersenbeinknochenbruch (Calcaneusfraktur) vorliegen. Gleiches gilt bei Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen im Fuß.
DIESE WOCHE: Schmerzen unter der Ferse, die länger als 2 Wochen andauern und sich durch Ruhe nicht bessern, sollten zeitnah orthopädisch untersucht werden. Je früher eine gezielte Behandlung beginnt, desto kürzer ist in der Regel die Gesamtdauer der Erkrankung.
BEIM NÄCHSTEN TERMIN: Wenn Sie wiederkehrende Fersenschmerzen kennen, die sich bisher von selbst gebessert haben, lohnt sich eine präventive Beratung zum Schuhwerk, zu Einlagen und zu einem geeigneten Dehnprogramm – damit aus einer gelegentlichen Beschwerde kein chronisches Problem wird. Im MainMed MVZ Frankfurt beraten wir Sie umfassend und planen gemeinsam mit Ihnen den optimalen Behandlungsweg.
Zweite Meinung gefragt?
Vor einer Fuß-OP lohnt sich der zweite Blick.
Leiden Sie unter Fersenschmerzen und suchen einen erfahrenen Facharzt in Frankfurt? Im MainMed MVZ steht Ihnen unser orthopädisches Team mit moderner Diagnostik und individueller Behandlungsplanung zur Seite. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin – persönlich, kompetent und auf dem neuesten medizinischen Stand.
Ihre Zweitmeinung erhalten Sie bei
Dr. medic/IMF Bukarest Slobodan Georgijewitsch
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie · MainMed MVZ Frankfurt
Privat & KasseZusammenfassung
Zentrale Erkenntnisse
• Anlaufschmerz als Leitsymptom: Der stechende Schmerz unter der Ferse nach Ruhepausen – besonders morgens – ist das charakteristischste Zeichen der Erkrankung.
• Konservative Therapie ist hochwirksam: Einlagen, Dehnübungen und Stoßwellentherapie führen bei der großen Mehrheit der Betroffenen zur Beschwerdefreiheit.
• Operation selten nötig: Ein operativer Eingriff wird wenn überhaupt nach mindestens 6 Monaten erfolgloser konservativer Behandlung erwogen.
Fazit
FAQ
Haeufig gestellte Fragen
Was sind die häufigsten Ursachen der Plantarfasziitis?
Die Plantarfasziitis entsteht meistens durch chronische Überlastung der Fußsohlensehne – ausgelöst durch langes Stehen oder Gehen, ungeeignetes Schuhwerk, Übergewicht oder eine plötzliche Steigerung der sportlichen Belastung. Fußfehlstellungen wie Knick-Senkfuß oder Hohlfuß sowie eine verkürzte Achillessehne begünstigen die Erkrankung zusätzlich.
Wann sollte ich wegen Fersenschmerzen zum Arzt?
Spätestens nach 2 Wochen anhaltender Fersenschmerzen, die sich durch Ruhe nicht bessern, empfiehlt sich eine orthopädische Untersuchung. Bei plötzlichen starken Schmerzen nach einem Sturz oder bei Taubheitsgefühlen im Fuß sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Wie wird die Plantarfasziitis diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch ein ausführliches Gespräch, eine klinische Untersuchung mit Abtasten des Sehnenansatzes sowie bildgebende Verfahren. Röntgenaufnahmen zeigen den Fersensporn, Ultraschall misst die Verdickung der Plantarfaszie, und bei unklaren Befunden liefert ein MRT zusätzliche Informationen.
Wie lange dauert die Behandlung der Plantarfasziitis?
Mit konsequenter konservativer Therapie bessern sich die Beschwerden bei den meisten Patienten innerhalb von 3 bis 6 Monaten deutlich. Vollständige Beschwerdefreiheit wird häufig nach 6 bis 12 Monaten erreicht. Wichtig: Regelmäßige Dehnübungen und geeignetes Schuhwerk sind entscheidend für den Erfolg.
Kann man einem Fersensporn vorbeugen?
Ja – regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und Plantarfaszie, geeignetes Schuhwerk mit Dämpfung, langsame Steigerung sportlicher Belastungen und das Anstreben eines gesunden Körpergewichts reduzieren das Risiko erheblich. Fußfehlstellungen sollten frühzeitig orthopädisch versorgt werden.
Wo behandle ich Fersensporn und Plantarfasziitis in Frankfurt?
Im MainMed MVZ Frankfurt steht Ihnen unser orthopädisches Team mit moderner Diagnostik, individueller Behandlungsplanung und allen konservativen Therapieverfahren zur Verfügung. Dr. Rüger und sein Team begleiten Sie vom ersten Termin bis zur Beschwerdefreiheit. Termine sind bequem online buchbar.
Medizinische Codierung (ICD-10): M72.2, M77.3, M77.30






